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Foto : HerstellerDie Zeiten, als Roller nur belächelte, kippelige Stadtflitzer mit kleinen Rädern waren,  scheinen endgültig vorbei zu sein. Mit den so genannten Sofarollern hat der Rollerboom begonnen.
Der Honda Silver Wing 600 könnte eine Gold-Wing für den Roller-Freund sein.

Der Roller mit echter Langstreckentauglichkeit.
Die Dimensionen von Yamaha Majesty und Suzuki AN 250 Burgman sprengten den Rahmen des bisher Gewohnten. Die 250-Kubikzentimeter-Grenze wurde jedoch nicht übersprungen und die rollertypischen Fahrleistungen blieben erhalten.

Motorradtypische Fahrleistungen
Dann aber hat das Hubraum-Wettrüsten auch den Rollermarkt erfasst: Erst 400-, dann 500- Kubikzentimeter verschafften großen Rollern motorradtypische Fahrleistungen  und echte Langstreckentauglichkeit. Im Segment der Roller-Riesen wurde nun auch Honda aktiv.

Silver Wing
Mit dem Namen Silver Wing ist die  Zielrichtung angedeutet: Dieser Roller soll auf dem Markt nach Hondas Willen jene Rolle spielen, den die sechszylindrige, luxuriös ausgestattete Goldwing auf dem Motorradmarkt einnimmt. Um seine Qualitäten auszuloten, sind wir mit dem großen Roller auf Tour gegangen.
 

 

 

 

 

AntriebFoto : Honda
Der knapp 600  Kubikzentimeter große, flüssigkeitsgekühlte Zweizylinder-Motor mit 49 PS Leistung läuft geschmeidig und harmoniert ausgezeichnet mit der Getriebeautomatik sowie der Fliehkraft-Trockenkupplung. Die  Beschleunigungswerte erreichen den Klassen-Bestwert: Nur 7,7 Sekunden vergehen von Null auf 100 km/h. Knapp 180 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit stehen nach etwas Anlauf auf dem Tacho - das sind echte 164 km/h. Die Abstimmung des Silver Wing ist touristisch gemütlich. Der Leistungseinsatz erfolgt sanft und jederzeit gut kontrollierbar. Störende Vibrationen konnten wir beim Testfahrzeug nicht registrieren.  Die beiden Ausgleichswellen im Triebwerk leisten ganze Arbeit. Bei den Testfahrten mit vielen Beschleunigungsmanövern ergab sich ein Benzinverbrauch von sechs Litern, in der Alltagspraxis dürfte es etwas weniger sein. Dank Einspritzung, U-Kat und Sekundärluftsystem werden die geplanten Euro 2-Abgasgrenzen deutlich unterschritten.

Fahrwerk
Das Fahrwerk mit kräftig dimensioniertem Doppelschleifen-Rohrrahmen, vorderer Telegabel und zwei Federbeinen am Heck überzeugt: Der Silver Wing kennt selbst bei hohem Tempo weder Pendeln noch Aufschaukeln. Auch Kippeligkeit ist ihm fremd – allerdings erreicht auch er konzeptionsbedingt nicht die Fahrstabilität eines gleich schweren Motorrades. Die Schräglagenfreiheit ist vollkommen ausreichend. Für plötzliche Ausweichmanöver steht genügend Reserve zur Verfügung.
 

 

 

Bremssystem
Das CBS-Kombibremssystem arbeitet  vorzüglich: Es ermöglicht sehr gute Dosierung und kurze Bremswege. Zusätzlich wird das Vorderrad zumindest auf trockener Straße wirksam vor dem Blockieren geschützt.

Sitze
Personen bis etwa 1,90 Meter Körpergröße finden eine sehr gute Sitzposition vor. Dank des vorne  schmalen Sitzes und relativ niedriger Sitzhöhe kommen auch Fahrer mit geringerer Körpergröße leicht mit den Füßen auf den Boden. Spiegel, Licht und Lenkerarmaturen sind gewohnt hoher Honda-Standard. Ausklappbare Fußrasten und ein voluminöser Sitz sichern auch dem Sozius einen adäquaten Platz.

Handling
Insgesamt ist das Handling gut, doch kann der Silver Wing sein stattliches Gewicht von 236 Kilogramm nicht völlig verleugnen. Immer wieder unverständlich ist, dass selbst an derart komfortablen Rollern ein zu kurzes und zu schmales Windschild verbaut wird, von dem starke Dröhngeräusche ausgehen. Bei hohem Tempo ist das Tragen von Ohrstöpseln unerlässlich.

Sonderzubehör
Die übrige Ausstattung ist reichlich: Neben den klassenüblichen Features – Drehzahlmesser und Zeituhr im Cockpit, wirksames Halogenlicht, sinnvolle Rückspiegel,  Haupt- und Seitenständer, Wegfahrsperre und dergleichen – gibt es zwei pfiffige Ablagefächer im Frontbereich, deren Deckel leider einen wenig vertrauenserweckenden Eindruck machen. Das Helmfach unter der  großen Sitzbank fasst sogar zwei Integralhelme. Eine Feststellbremse ist genauso vorhanden wie die Möglichkeit, eine Radioanlage samt Lautsprechern nachzurüsten. Um von der Musik etwas zu hören, müsste dann allerdings eine höhere Scheibe lieferbar sein – dann erst kommt Goldwing-Feeling auf.(cr)

 

 

Fazit: Viel Roller für viel Geld

8.950 Euro sind für einen Motorroller ein enorm hoher Preis. Nochmals etwas mehr als der Honda kostet der Yamaha T-Max, der allerdings etwas weniger Leistung bereit hält. Deutlich preisgünstiger sind die Einzylinder-Roller von Piaggio und vor allem von Suzuki: Der AN 400 Burgman ist mit rund 6.200 Euro fast schon ein Schnäppchen. Die ersten Verkaufsmonate zeigen jedoch, dass es ganz offensichtlich in Deutschland einen Markt für solch großvolumige und hochpreisige Roller gibt. Die Service-Intervalle des Silver Wing sind mit 10.000 Kilometern erfreulich lang. Die Garantie läuft zwei Jahre.(cr) ( Quelle : AOL.de/Auto & Motor, Sept. 2002 )

 

 

Plus und Minus Honda Silver Wing 600

 

 

 

 

 

+ leistungsfähiger und kultivierter Motor
+ zufriedenstellende Abgasreinigung
+ sehr guter Fahrkomfort, großes Platzangebot
+ wirksames CBS-Bremssystem /ABS
+ prima Licht
+ sehr großes Helmfach

- Verarbeitung
- hohes Gewicht

- hoher Spritverbrauch bei über 130 km/h

Harmonische Fortbewegung, reichlich Platz, eine gelungene Gesamtabstimmung. Diesen Intentionen wird der Honda Silver Wing sehr gut gerecht – eine echte Gold Wing für den Roller-Freund. Mit dem einzigartigen Vorteil einer Getriebeautomatik.

 

 

 

 

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