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Das schwimmended Moped-Auto

 

 

 

 

Wäre der Publikumserfog bei Ausstellungen ein Wertmesser für den Finanziellen Erfolg, müsste der Mann schon längst Millionär  sein, stellte die Schweizer Zeitschrift "Motor Reporter" fest. Der Mann, der Millionär sein müsste, hiess Egon Brütsch und versuchte in den Jahren 1954 bis 1958 den Kunstoff-Kleinwagen  in Schalenbauweise unters Volk zu bringen. Das Spielauto mit Fahrrad-Hilfsmotor bot er für 750 Mark an, doch nur sehr wenige konnten damals ihrem Sprössling ein solches Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen. Dies sah auch Brütsch bald ein und wandte sich der Entwicklung eines Fahrzeuges für Erwachsene zu.

Erstes Brütsch-Auto wurde Ende 1950 ein noch sehr vom  Rennsport inspirierter Einsitzer in Monoposto-Form mit Kotflügeln, dessen rechtes Hinterrad von einem NSU-125-ccm Einzylinder-Motor mit Fliehkraftkupplung angetrieben wurde,  später kam ein Baumsägenmotor von Baker & Pölling zum Einsatz. Dieser auf Sackkarrenreifen stehende, winzige Roadster ohne Verdeck war leider wieder am tatsächlichen Bedarf  vorbeigebaut worden und verschwand schnell von der Bildfläche. Zweiter Versuch war ein "Modell T" oder "Eremit" genannter Einsitzer mit normaler, wenn auch  zwergenhafter Pontonkarosserie in offener und geschlossener Version. Beide Wagen mit 125-ccm-ILO-Motor debutierten 1951 in Frankfurt, doch  fand sich kein Lizenznehmer für die beiden hübschen, aber auch unpraktischen Autos, und Brütsch konnte oder wollte selbst keine Produktion finanzieren. Mit seinen Zwergen stand Brütsch allein auf der IAA 1955, während einige Stände weiter Harald Friedrich seinen Spatz zeigte, Als die IFMA im Oktober 1956 näher rückte, bereitete Brütsch nicht nur seine prozessauslösende Kampfschrift gegen Harald Friedrich vor, sondern auch ein neues Gefährt, das als "Moped-Auto" die Welt verändern sollte.  Mit einem 50-ccm-Motor, der Steuer- und Versicherungsfrei war wollte Brütsch das kleinste Auto der Welt bauen. Buchstäblich über Nacht schuf er eine neue einsitzige Kunststoff-Karosserie, stellte sie im  Garten auf und lehnte Räder daran. Dann setzte er seine Sekretärin hinein und fotografierte den Prototyp erst einmal. Die Zeit bis zum Ausstellungsbeginn der IFMA reichte gerade noch aus, die drei Räder zu  befestigen.

Foto (2) : Bert Grimmer"Mopetta - eine Brütsch-Konstruktion für den kleinen  Geldbeutel", hiess; der Slogan, und das Gedränge war gross, als das Volk die Mopetta sah, In Serie hergestellt, sollte es nur 750 Mark kosten, und Brütsch sprach sogar  in den ersten Prospekten vom "schwimmenden Moped-Auto - zu Land und zu Wasser". Er hatte das kleine Dreirad hoch gestellt, damit es alle bewundern konnten und niemand merkte, dass sämtliche mechanischen Teile fehlten. Der Erfolg überraschte selbst den Stuttgarter, Aus vielen Ländern kamen Anfragen. Die Schweizer Zeitschrift "Der Motorreporter" jubelte: "Egon Brütsch ist zu Ergebnissen gelangt, die bei der kommenden IAA vom Publikum bestimmt nicht mehr übersehen werden können.

 Nach der Ausstellung begann Prophet Brütsch erst einmal, seine Konstruktion fahrfertig zu machen. An der linken Seite brachte er außen einen 50-ccm-Motor an, mit Kickstarter und Ketten-Antrieb auf das linke Hinterrad. Wenn auch damals die Berliner "BZ" die Mopetta als "Miniatur-Motorboot" feierte, so mag die Schwimmfähigkeit zu diesem Zeitpunkt schon illusorisch gewesen sein. Denn der ausserhalb angebrachte Motor wäre nicht nur abgesoffen, sondern hätte mit seinem Gewicht die leichte Kunststoffschale auch zum Kentern gebracht. "Da staunt der Fachmann", schrieb zur Fertigstellung im Mai 1957 die Zeitschrift "Roller, Mobil und Kleinwagen", "aber immerhin ist wirklich zu bewundern, mit welcher Zähigkeit Herr Brütsch an  seinen Projekten arbeitet und es ihm gelingt, trotz aller Schwierigkeiten immer wieder etwas auf die Räder zu heben." ( (c) Text: HP Mopetta )

 

 

 

 

Fotos (7) www.mopetta.ch.vu

 

 


Technische Daten :

  • Karosserie einsitziger Roadster
  • Reifen 4,00-8
  • Motor ILO 49ccm, Einzylinder 2-Takt
  • Masse LxBxH 1700 x 880 x 1000
  • PS bei U/min. 2,3/5250
  • Leergewicht 78 kg
  • Bohrung/Hub 38/43 mm
  • Höchstgeschwindigkeit 45 km/h
  • Verdichtung 8,7:1
  • Verbrauch 2 Liter
  • Schaltung 3-Gang Drehgriffschaltung am Lenker
  • Preis (1956/1957/1958) 745.- / 975.- / 1045.-
  • Stückzahlen 14 Stück

 

 

 

 

 

 

 

Fotos (7) www.mopetta.ch.vu

 

 

 

 

 

 

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